Freitag, 6. September 2013

Rücksichtsvolles Miteinander








Seid einigen Monaten läuft mein Mann fast täglich als Jogger durch unsere Wälder. Dabei kommt er fast täglich mit Erlebnissen nachhause, über die ich mich sehr ärgere.

Einmal lief er seine normale Strecke, da begegnete ihm eine Reiterin, die von zwei großen Hunden begleitet wurde, darunter ein Rhodesian-Ridgeback. Er stoppt dann immer und bittet die Hundebesitzer, ihre Hunde kurz anzuleinen, damit er vorbeilaufen kann. Die Dame allerdings sah darin so gar keinen Sinn. Sie rief sie noch nicht einmal zu sich. Beide Hunde liefen auf ihn zu, beschnupperten ihn und ließen nicht von ihm ab. Da es sich um zwei große Hunde handelte, wollte er nicht weiterlaufen, solange diese freiliefen.
Mein Mann bat noch einmal, die Hunde doch festzumachen, die Dame meinte aber nur, dass sie noch nicht einmal Leinen dabei hätte und ritt weiter. Irgendwann folgten ihr die Hunde und mein Mann konnte sich fortbewegen.

Gestern geschah eine ähnliche Situation. Mein Mann lief, vor ihm spazierte eine Frau mit zwei großen schwarzen Hunden den Weg entlang. Wieder bat mein Mann, doch die Hunde kurz anzuleinen, die Frau meckerte ihn nur an, dass er doch nicht von hinten auf sie zulaufen müsse und sah keine Notwendigkeit die Hunde festzumachen. Gerade bei schwarzen Hunden haben viele Menschen Angst und da sollte es selbstverständlich sein, sie bei sich zu haben, wenn ein Fremder in der Nähe ist.

Sicherlich alltägliche Situationen, ich könnte noch viele erzählen, auch Erlebnisse mit anderen Hundehalter, wenn ich als Reiter unterwegs bin oder mit meinen eigenen Hunden. Was einem da an Frechheit und Verantwortunglosigkeit begegnet ist unbeschreiblich.

Wir Hundehalter haben es in der Hand, dass unser Ansehen in der Öffentlichkeit gut ist!!! Allerdings habe ich erhebliche Zweifel, dass unser Ansehen wirklich gut ist, wenn so etwas an der Tagesordnung ist und das ist leider oftmals der Fall.

Wenn ich mit meinen Pudeln unterwegs bin leine ich meine Hunde grundsätzlich immer an, wenn mir ein Zwei- oder Vierbeiner begegnet. Nur, und wirklich nur dann, leine ich sie ab, wenn mein Gegenüber damit einverstanden hat, weil er selber einen verträglichen Hund hat oder vielleicht sogar mit meinen Hunden Kontakt aufnehmen möchte.
Wenn ich merke, dass jemand Angst hat, dann lege ich meine Hunde sofort im "Platz" ab und lasse sie liegen, bis derjenige vorbeigelaufen ist. Das mache ich auch bei Reitern oder bei Joggern. Das ist für mich einfacher, da meine Hunde dann absolut unter Kontrolle sind, es ist eine ganz tolle Gehorsamkeitsübung für sie und sie erschrecken auch das vielleicht vorbeilaufende Pferd nicht durch eine plötzliche Bewegung.
Außerdem ist das eine schöne Übung, wenn ich mit dem Pferd unterwegs bin. Es ist ganz einfach bei Begegnungen die Hunde im Platz abzulegen, das Pferd anzuhalten und dann den anderen Waldbesucher unbehelligt vorbei zu lassen.

Dieses Verhalten ist mir unendlich wichtig. Auch wenn ich weiß, dass meine Hunde andere Menschen nicht belästigen würden, kann mein Gegenüber trotzdem Angst haben und ich habe nicht das Recht, diesen Menschen unnötig noch mehr zu ängstigen. Außerdem möchte ich gerne einmal sehen, wer wirklich garantieren kann, dass sein, ansonsten lieber Hund, wirklich 100 % widerstehen kann, mal einem Jogger zu folgen. Auch das simple Hinterherlaufen, ohne böse Absicht, kann einen Mitmenschen schon ängstigen und das ist unnötig und schadet uns allen.

Ich möchte hiermit an alle Leser appellieren, auch wenn Ihr alle liebe Hunde habt, nur Ihr wisst das, Eure Mitmenschen nicht. Leint Eure Hunde an, wenn ihr anderen begegnet und schürt nicht unnötig Ängste oder Widerwillen gegen uns Hundehalten und helft, für ein besseres und respektvolleres Miteinander.